
Ingo Kletti <feedback@electricattic.net> Letzte Änderung: 12. August 2004
Sowohl bei älteren als auch bei neuen CD-Brennern gibt es immer wieder das Problem, dass der CD-Brenner die Fehlermeldung "medium speed error" oder "power calibration error" ausgibt.
Diese Fehlermeldungen besagen, dass der CD-Brenner das CD-R-Medium nicht Beschreiben kann, weil er die Leistung des Lasers nicht an die für das Beschreiben dieses Rohlings nötige Leistung anpassen kann. Hierfür kann es mehrere Ursachen geben. Im Folgenden sind diese Ursachen mit möglichen Lösungen dargestellt.
Ich würde mich sehr freuen wenn Ihr mir schreibt welche dieser Lösungen bei Euch zum Erfolg geführt hat oder
welche Probleme noch aufgetaucht sind. Dann kann ich die hier beschriebenen Lösungen noch verbessern.
Schreibt dazu bitte an:
feedback@electricattic.net
Wenn zum CDs brennen die Software Nero Burning ROM von Ahead verwendet wird, dann sollte als Erstes versucht werden den ASPI-Treiber zu aktualisieren. Dieser Treiber ist das Bindeglied zwischen der Brennsoftware und dem CD-Brenner.
Auf der Homepage von Ahead (www.nero.com) gibt es den aktuellen ASPI-Treiber zum Download. Er ist dort unter "Support => Hilfprogramme => ASPI-Treiber" zu finden. Dort werden zwei Versionen zum Download angeboten:
Viele Hersteller in der in dem CD-Brenner enthalten Software die Kennzeichnungscodes der CD-Rs. Dadurch kann der CD-Brenner die maximale Schreibgeschwindigkeit für die CD-R bestimmen und die notwendige Leistung des Lasers einstellen. Da sich die Codes auf den CD-Rs ändern können und der CD-Brenner neuere CD-Rs sowieso nicht kennen kann ist dies eine Mögliche Ursache für die "medium speed error" oder "power calibration error" Fehlermeldungen.
Eine Aktualisierung der Firmware im CD-Brenner kann hier Abhilfe schaffen. Die verschiedenen Hersteller bieten in der Regel entsprechende Aktualisierungen auf ihren Homepages an. Dort finden sich auch benötigte Zusatzprogramme und Anleitungen zum Aktualisieren der CD-Brenner Firmware.
Wenn die Homepage des Herstellers nicht bekannt ist, dann ist die Internetseite www.treiber.de ein guter Ausgangspunkt für die Suche danach.
Insbesondere bei älteren Geräten kann ist es sehr wahrscheinlich, dass weder die erste noch die zweite Lösung eine Besserung bringen. In diesen Fällen ist die Lasereinheit durch den langen Gebrauch so stark verschmutzt, dass gar nicht mehr genug Energie bis zur CD-R gelangt und der CD-Brenner dann eine entsprechende Fehlermeldung ausgibt. Mein eigener CD-Brenner hat beispielsweise vier Jahre lang problemlos funktioniert und hat dann immer öfter die "medium speed error" Fehlermeldung ausgegeben.
Weil die Lasereinheit der CD-Brenner in der Regel aus mehreren Teilen besteht reicht die Verwendung einer normalen Reinigungs-CD nicht aus, denn diese reinigt nur die oberste Linse.
Die folgende Anleitung beschreibt, wie ich meinen CD-Brenner zerlegt und gereinigt habe, anschliessend hat der CD-Brenner wieder einwandfrei funktioniert.
Da ich nur meinen CD-Brenner zelegt habe, weiss ich nicht, wie die Innereien anderer Geräten aussehen. Ich vermute aber, dass die CD-Brenner von Ricoh alle ähnlich aufgebaut sind und dasss die CD-Brenner anderer Hersteller sich auch nicht wesentlich davon unterscheiden. Deshalb gehe ich davon aus, dass diese Anleitung auch bei anderen Geräten hilfreich sein kann.
Wie weiter oben bereits angesprochen würde ich mich freuen, wenn Ihr mir Eure Erfahrungen mitteilt, so dass ich die Liste der CD-Brenner erweitern kann, bei denen diese Methode zum Erfolg führt.
Nachdem ich jetzt schon einige Rückmeldungen erhalten habe, möchte ich Euch noch um etwas bitten: Wenn Ihr mir schreibt, daß Euer Brenner jetzt wieder funktioniert, dann sagt mir bitte auch, welches Modell Ihr eigentlich habt, denn sonst kann ich es nicht in die Liste aufnehmen...
| Hersteller | Modell | ASPI-Treiber Update | Firmware Update | Reinigung | Bemerkungen |
| AOpen | CRW2440 | X | |||
| AOpen | CRW4850 | X | |||
| Philips | CDRW2000 | X | |||
| Pioneer | DVR-106D | X | |||
| Plextor | 40/12/40A | X | |||
| Ricoh | MP7040A | X | Mein eigener CD-Brenner :-) | ||
| Ricoh | MP7060A + MP7060S | X | |||
| Ricoh | MP7080A | X | Vielen Dank an Uwe Wöhler für die erste Rückmeldung zu meiner Anleitung! | ||
| Teac | DV-W50D | X | |||
| Yamaha | CRW-F1 | X |
Zunächst noch ein paar warnende Worte:
Ihr werdet folgendes Werkzeug benötigen:
Zuerst muss die Frontblende entfernt werden. Das Gehäuse des MP7040 besteht aus Ober- und Unterteil, die ineinander verhakt sind (Bild 1).

Bild 1: Ineinander verhaktes Gehäuse-Ober- und Unterteil
(Auf das Bild klicken für eine vergösserte Ansicht)
Deshalb muss das ganze Gehäuse demontiert werden. Zunächst sind die vier Gehäuseschrauben zu lösen. Beim MP7040 versteckt sich eine der Schrauben unter dem Garantiesiegel, auf dem Foto habe ich es schon entfernt (Bild 2). Haltet die untere Hälfte des Gehäuses fest, denn die Schrauben halten auch die Platine, die sonst herausfällt.

Bild 2: Zu lösende Schrauben auf der Gehäuseunterseite
(Auf das Bild klicken für eine vergösserte Ansicht)
Wenn die obere Hälfte des Gehäuses entfernt ist, muss die Querstrebe entfernt werden, diese wird von zwei Schrauben gehalten (Bild 3).

Bild 3: Querstrebe mit CD-Fixierung
(Auf das Bild klicken für eine vergösserte Ansicht)
Als nächstes muss die CD-Schublade entfernt werden. Dazu muss der Hebel des Notauswurf-Mechanismus betätigt werden (Bild 4). Danach kann die Schublade bis zum Anschlag herausgezogen werden. Nach dem Anheben der Kunststofflasche (Bild 5) kann die Schublade ganz entfernt werden.
![]() Bild 4: Hebel der Notauswurf-Mechanik (Auf das Bild klicken für eine vergösserte Ansicht) |
![]() Bild 5: Kunststofflasche des Schubladenanschlag (Auf das Bild klicken für eine vergösserte Ansicht) |
Jetzt seht Ihr das Modul mit Spindelmotor und Lasereinheit, das mit drei Schrauben befestigt ist (Bild 6).
Zunächst muss noch das Flachbandkabel ausgesteckt werden. Dazu müssen die beiden Kunststofflaschen
links und rechts vom Kabel herausgezogen werden, dann lässt sich das Kabel ganz leicht herausziehen (Bild 7).
Anschliessend können die drei Schrauben gelöst werden.
![]() Bild 6: Spindelmotor und Lasereinheit (Auf das Bild klicken für eine vergösserte Ansicht) |
![]() Bild 7: Arretierung des Flachbandkabel (Auf das Bild klicken für eine vergösserte Ansicht) |
Nach dem Lösen der beiden kleinen Kreuzschlitzschrauben kann die "grosse" Blechabdeckung des Moduls entfernt werden.

Bild 8: Halteschrauben des Abdeckblech
(Auf das Bild klicken für eine vergösserte Ansicht)
Die beiden kleinen Bleche auf der Lasereinheit müssen ebenfalls entfernt werden. Dasjenige der beiden Bleche, das keine Schraube hat, wird von drei Laschen gehalten, die sich am besten mit einem flachen Schraubenzieher anheben lassen (Bilder 9 und 10). Anschliessend kann auch das zweite Blech entfernt werden.
Jetzt seht Ihr das Herzstück Eures CD-Brenners, das aus vier Teilen aufgebaut ist:
![]() Bild 11: Die freigelegte Lasereinheit (Auf das Bild klicken für eine vergösserte Ansicht) |
![]() Bild 12: Schemazeichnung der Lasereinheit |
Um den Staub wegzublasen habe ich Druckgas aus der Dose verwendet, das speziell für solche Reinigungszwecke erhältlich ist. Zum einen lässt sich hiermit der Druck gut dosieren, was bei der federnd aufgehängten Linse wichtig ist. Zum anderen ist diese Luft im Gegensatz zu "herkömmlicher", mit dem Kompressor erzeugter Druckluft ölfrei. Wenn keine Druckluft zur Verfügung steht, dann kann man auch versuchen den Staub mit einem dünnen Strohhalm wegzublasen. Dann muss man nur aufpassen, dass man nicht auf die Linsen und den Spiegel spuckt...
Bei der Erfolgskontrolle hat mir eine stark vergössernde Lupe gute Dienste geleistet.
Der Zusammenbau geht logischerweise genau umgekehrt wie das Zerlegen des CD-Brenners. Aufpassen müsst Ihr nochmal bei den beiden kleinen Blechen. Dasjenige, das von der Schraube gehalten wird, ist an einer Stelle untergehakt (Bild 13). Bei dem anderen kleinen Blech ist eine Lasche anders geformt als die drei Restlichen. Diese Lasche müsst Ihr zuerst einhängen, sonst rasten die anderen drei Laschen nicht richtig ein.

Bild 13: Untergehaktes Abdeckblech
(Auf das Bild klicken für eine vergösserte Ansicht)
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